Schimpansen

Schimpansen sind im mittleren Afrika verbreitet. In den Regenwäldern Ugandas leben etwa 5.000 der Tiere. Die Wahrscheinlichkeit Schimpansen zu beobachten ist nirgends größer als im Kibale-Nationalpark, der die größte Population mit ca. 1.420 Tieren beheimatet. Die österreichische Primatologin gründete hier das nach ihr benannte Jane Goodall Institute, das sich der Erforschung und dem Schutz von Schimpansen widmet. 

 

Schutzraum für Primaten
Durch die Abholzung der Wälder sind Schimpansen in Afrika kaum noch sicher
von Carola Frentzen

Es gibt keinen Ort in Afrika, an dem wild lebende Schimpansen heute noch sicher sind", sagt Marc Cronje. Der Schimpansenexperte betreibt in Südafrika zusammen mit seinem Vater ein Schutzgebiet für die Primaten. Er ist gerade zu Besuch bei seinen Kollegen in Uganda, die auf „Ngamba Island", mitten im Viktoriasee, eine ähnliche Zufluchtsstätte aufgebaut haben. „Wenn wir nicht umgehend handeln, dann werden diese wunderbaren Tiere in fünf bis zehn Jahren ausgestorben sein."
Cronje weiß, wovon er spricht. Er selbst hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder Gefahren ausgesetzt, um unwürdig gehaltene Menschenaffen zu befreien und sie an einen sicheren Ort zu bringen. Er war im Kongo, im Südsudan, in Angola. „Der Kongo ist wahrscheinlich das schlimmste Land, was den Handel mit den Tieren betrifft. Es gibt so viel Korruption, und die Behörden schützen die Händler." Dabei ist in dem zentralafrikanischen Land - wie überall in Afrika - der Handel mit Schimpansen strengstens verboten.
Schimpansen in Uganda
Lebhaft erinnert sich der Tierschützer an die Befreiung von Zak, der in Angola vor einem Nachtklub mit einem Strick an einen Baum gebunden war. „Das Einzige, was sie ihm gaben, waren Alkohol, Zigaretten und Drogen", sagt er. „Er war 19 Jahre alt und wog weniger als 20 Kilogramm.“ Jetzt, dreieinhalb Jahre später, hat er im südafrikanischen „Chimp Eden" ein zweites Leben geschenkt bekommen und wiegt mehr als 70 Kilogramm.
Auch auf Ugandas größtem Flughafen in Entebbe werden immer wieder Primaten konfisziert. „Und um ein Schimpansenbaby zu fangen, müssen mindestens fünf weitere erwachsene Schimpansen getötet werden, da die Tiere in Gruppen leben und mit allen Mitteln versuchen, ihre Jungen zu beschützen", erläutert Steny Nyendwi, einer der Manager von Ngamba Island. Die 40 Hektar große Insel ist 1998 vom „Chimpanzee Sanctuary & Wildlife Conservation Trust" (CSWCT) als Schutzgebiet für Schimpansen eröffnet worden.
Zurzeit leben 44 ehemals gefangene Schimpansen auf der Insel Ngamba. Unter ihnen ist Yoyo, die anfangs immerzu im Kreis herumlief, weil sie jahrelang in einem engen Käfig gehalten wurde. Kazawukire hingegen wurde in West-Uganda von einem Ranger mit einem Metallstrick um den Bauch gefunden. Die schmerzhaften Schnüre sind die am häufigsten benutzten Fallen für Affen. „Sie war so gut wie tot und völlig verängstigt, aber sie hat sich wieder aufgerappelt", meint Nyendwi.
Insgesamt gibt es in Afrika 20 Zufluchtsstätten, die zu der Vereinigung „Pan African Sanctuary Alliance" (PASA) gehören. Wild leben heute nur noch etwa 200 000 Schimpansen in 20 afrikanischen Ländern - vor wenigen hundert Jahren lag die Zahl noch bei mehreren Millionen.
„In Uganda selbst gibt es nur noch 4900 wilde Schimpansen", erklärt Lilly Ajarova, die Direktorin von Ngamba Island. Aber was hat diese drastische Dezimierung ausgelöst? „Das ist eine Kombination aus verschiedenen Faktoren, darunter vor allem der Verlust des Lebensraums durch die Abholzung der Wälder." Wegen der steigenden Bevölkerungszahl wird immer mehr Platz für Menschen benötigt. „Zudem sind nicht alle Waldgebiete, in denen Schimpansen leben, geschützt. Viele Wälder gehören Privatleuten, die die Bäume roden, um etwa Bananen- oder Zuckerrohr-Plantagen anzulegen."
Hinzu kommt der Verzehr von Schimpansenfleisch in Teilen des Kontinents, was der örtlichen Tradition zufolge schwangeren Frauen gesunde Babys schenken soll, sowie die Verwendung verschiedener Körperteile von Schimpansen zu rituellen Zwecken: „Vor allem in den Ruwenzori-Bergen hier in Uganda benutzen Wunderheiler die Finger, Zehen und den Kopf von Schimpansen, um daraus angebliche Medizin gegen den HI-Virus zu machen", sagt Lilly Ajarova.
Ihr großer Traum ist es, zumindest einige der Schimpansen irgendwann wieder auswildern zu können. „Ich will daran glauben, dass wir das schaffen können."
 

Zeitungsbericht des Nordkurier vom 01.10.2011
 

 Berggorilla in Uganda

Andere Primatenarten

Neben den Touristenlieblingen Berggorilla und Schimpanse bewohnen noch andere Primatenarten die Wälder Ugandas. Niedere Affenarten wie Paviane, Stummelaffen, Meerkatzen und Halbaffen wie Buschbabys (Galagos) sind stark vertreten. Goldäffchen, eine Unterart der Blauäffchen, sind in den Bambuswälder der Virunga-Bergkette im Länderdreieck Uganda, Rwanda und der Demokratischen Republik Kongo sogar endemisch, d.h. diese kommen nirgendwo sonst auf der Welt vor.

 

Elefanten

Nachdem die Zahl der Elefanten in Uganda unter dem Diktator Idi Amin in den Jahren 1971-1979 wegen Wilderei und Elfenbeinjagd stark gesunken ist, stieg die Population dank hartnäckiger Schutzprogramme und dem Einsatz von Gemeinden und ausgebildeten Wildhütern jetzt auf etwa 4.000-5000 Tiere, meldet die DPA im Februar 2008. Alleine 3.000 leben im Queen Elizabeth Nationalpark, dem bekanntesten Park Ugandas.

 

Giraffen auf unseren Uganda ReisenGiraffen

Die Rothschild-Giraffe, die im Murchison-Falls-Nationalpark in Uganda lebt, ist die größte Giraffe aller Giraffenarten. Untersuchungen aus dem Jahr 2003 der Uganda Wildlife Authority (UWA) gehen von einem Bestand von ca. 240 Tieren aus. Die Uganda-Giraffe, wie sie auch häufig genannt wird, ähnelt sehr der Massai-Giraffe, jedoch hat sie von den Knien abwärts ein buschiges weißes Fell.

 

Büffel

In fast allen Reservaten finden sich meist in der Nähe von Wasserstellen einzelne afrikanische Büffel oder große Herden mit bis zu 1.000 Tieren. Dieses Rind hat sich diversen Habitaten angepasst. Es lebt im dichten Regenwald, in der offenen Savanne und sogar in Bergen mit einer Höhe von bis zu 3.000 m. Der alte Name „Kaffernbüffel“ sollte nicht verwendet werden, war doch die Bezeichnung „Kaffer“ eine rassistische Bezeichnung der Weißen für die schwarze Bevölkerung.