Berggorillas in Uganda und Ruanda
Uganda und Ruanda
sind für Natur- und Tierfreunde einzigartige Reiseländer,
denn nirgendwo sonst auf der Welt ist es möglich, Schimpansen und
Berggorillas in freier Natur zu beobachten. Diese einmalige
Situation wurde durch jahrelange Bemühungen bei einzelnen
Primatengruppen erreicht. Menschen können sich jetzt täglich für nur
kurze Zeit den Tieren nähern, ohne von den Schimpansen und Gorillas
als Gefahr erkannt zu werden.

Stammbaum
Vor ca. 10 Mio.
Jahren spaltete sich die Gruppe der Gorillas vom Stamm der
Menschenaffen (Hominidae) ab, während sich der Mensch erst vor ca. 8
Mio. Jahren vom Schimpansen trennte.
Die moderne
Wissenschaft unterscheidet zwei Gorilla-Unterarten; den westlichen
Gorilla, der in westlicher Flachlandgorilla (Vorkommen: Kamerun,
Zentralafrikanische Republik, Gabun, Dem. Republik Kongo,
Äquatorialguinea) und Cross-River-Gorilla (Vorkommen: Grenzgebiet
Nigeria und Kamerun) differiert wird. Sowie den östlichen Gorilla,
der sich in östlichen Flachlandgorilla (Vorkommen: Dem. Republik
Kongo) und den Berggorilla (Vorkommen: im 3-Ländereck Uganda, Ruanda,
Dem. Republik Kongo) einteilen lässt.

Verbreitung der
Berggorillas
Berggorillas
leben in den nebelfeuchten Bergwäldern Afrikas auf einer Höhe von
2.000-4.000 m in der Virunga-Region im Dreiländereck Uganda, Ruanda,
Dem. Republik Kongo. Jedes dieser Länder hat eigene Nationalparks
ernannt, um die seltenen und noch gut erhaltenen Bergregenwälder und
deren Bewohner vor Abholzung und Wilderei zu schützen. In einigen
Schutzgebieten ist die Beobachtung von habituierten Berggorillas (an
die Gegenwart von Menschen gewöhnt) möglich.
Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark in Uganda
- Anzahl
Berggorillas: ca. 340 Individuen
- Anzahl der
Gruppen: ca. 30, von denen nur 5 habituiert sind.
- Name und Größe
der habituierten Berggorillagruppen:
-
Kyag mit 16 Tieren
-
Nkur mit 18 Tieren
-
Habi mit 21 Tieren
-
Rush mit 13 Tieren
-
Muba mit 8 Tieren
Mhahinga NP in
Uganda
- Name und Größe
der einzigen habituierten Berggorillagruppe:
-
Nyakagezi mit 7 Tieren
In den letzten
zwei Jahren aber häufig in den Nachbarländern unterwegs.
Volcanoes
Nationalpark in Ruanda (Stand 05/2008)
- Anzahl
Berggorillas: ca. 380 Individuen
- Anzahl der
Gruppen: 14, von denen nur 7 habituiert sind.
- Name und Größe
der Berggorillagruppen:
-
Amahoro A mit 13 Tieren
-
Amahoro B (Umubano) mit 8 Tieren
-
Sabyinjo mit 9 Tieren
-
Susa mit 38 Tieren
-
„13“ mit 18 Tieren, sowie zwei weitere Gruppen
Park National des
Virungas in der Dem. Republik
Kongo:
Anzahl
Berggorillas: ca. 360 Individuen
Anzahl der
Gruppen: 17, von denen nur 2 habituiert sind
Die derzeitige
politische Situation in der Dem. Republik Kongo macht eine
wissenschaftliche Untersuchung über die genaue Anzahl der Tiere
unmöglich. Die letzte Untersuchung fand 1989 statt, und heutige
Schätzungen gehen von ca. 360 Berggorillas aus. Tierbeobachtungen
sind derzeit leider nicht möglich.
Die genauen Zahlen der Tiere und deren Aufenthaltsort unterliegen
naturgegebenen Schwankungen aufgrund von Wanderungen, Geburten und
natürlichem Versterben.
Berggorillas – Daten & Fakten
Ein Silberrücken
hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 35-40 Jahren. Sie
können 150-200 kg schwer werden bei einer Körpergröße von 1,70 -2,00
m. Bei einer Körpergröße von 1,50 m bringen die Weibchen immerhin
noch 70 -100 kg auf die Waage. Die Spannweite der ausgestreckten
Arme erreicht bis zu 2,75 m.
Soziales
Verhalten
Angeführt wird
eine Gorillagruppe bestehend aus Alphatier, diversen Weibchen und
deren Jungen, vom Silberrücken, dem dominanten Männchen der Gruppe.
Eine Gruppe kann mehr als 30 Tiere umfassen, jedoch sind so große
Gruppen selten. Gorillamännchen erlangen mit ungefähr 10 Jahren die
Geschlechtsreife und dann wachsen ihnen die silbergrauen Haare auf
dem Rücken. Erwachsene Gorillamännchen verlassen die Gruppe und
ziehen oft alleine durch die Bergregenwälder, bis sie auf ein
Weibchen stoßen. Mit 8 Jahren werden die Weibchen geschlechtsreif
und verlassen die Gruppe, um einem Männchen zu folgen. Die starke
Bindung innerhalb einer Primatengesellschaft, die sonst von den
Weibchen aufrechterhalten wird, verliert sich zwar dadurch, aber das
dominante Männchen hält in einer Gorillagruppe Kontakt zu jedem
einzelnen Tier. Normalerweise stammen alle Jungtiere von dem
Alphatier der Gruppe ab, aber Beobachtungen haben ergeben, dass es
durchaus Gruppen mit mehr als einem Silberrücken gibt. Ein
Affenjunges wird ungefähr 3 Jahre lang von der Mutter umsorgt.
Berggorillas sind
keinesfalls aggressive Tiere, sondern eher scheu, sozial und
friedlich. Das Tagesprogramm besteht im Wesentlichen aus fressen,
spielen, umherwandern und schlafen. Jeden Abend sucht sich die
Gruppe einen neuen Schlafplatz, selbst wenn der alte nur wenige
Meter entfernt ist.
Nahrung
Berggorillas sind
keine reinen Pflanzenfresser, wie oft fälschlicherweise angenommen.
Zur Nahrung gehören Blätter als auch Labkraut, Disteln, Mark von
wildem Sellerie und Bambus und Nesseln. Um die mineralarme
Pflanzennahrung aufzuwerten bzw. die Pflanzengifte im Körper
abzubauen, gehört auch Erde zum Speiseplan. Daneben werden auch
Termiten bzw. Ameisen verspeist, vermutlich auch um Mineralien und
Eisen zuzuführen. Berggorillas sind recht umsichtige Einwohner des
Bergregenwalds. Die Nahrung wird nicht kopflos gefressen, sondern
sorgsam gegessen. Es bleibt immer jeweils soviel einer Pflanze
übrig, dass der Rest schnell nachwachsen kann. So trägt der
Berggorilla zum Erhalt seines Ökosystems bei.
Verhalten bei den
Berggorillas
Bei den
Begegnungen mit diesen wunderbaren Tieren muss ein Abstand von
mindestens sieben Meter zwischen den Menschen und einer
Gorillagruppe eingehalten werden. Leider sind seit den Anfängen des
Tourismus einige Tiere an Influenzaerkrankungen verstorben sind, die
vermutlich von Touristen übertragen wurden. Daher sind ausspucken,
niesen und husten untersagt. Sollte ein Besucher krank sein, so darf
er leider nicht an dem Gorillatrekking teilnehmen. Der Aufenthalt
bei der Gorillagruppe während einer Reise ist auf eine Stunde
begrenzt, da die Tiere sonst menschliche Verhaltensweisen annehmen
könnten. Wenn Sie sich in der Nähe der Gorillas aufhalten, sollten
Sie leise sprechen. Machen Sie keine schnellen Bewegungen, denn die
Tiere könnten Angst bekommen und sich verteidigen wollen. Falls Sie
von einem Gorilla angegriffen oder angesprochen werden, gehen Sie in
die Hocke, schauen Sie das Tier nicht direkt an und warten Sie, bis
das Tier passiert hat. Folgen Sie den Anweisungen Ihres Führers.
Dass die
Entsorgung von Müll in den Nationalparks verboten ist, versteht
sich von selbst.
Aussterben
Wir alle können
nur hoffen, dass es im Länderdreieck Dem. Republik Kongo, Ruanda und
Uganda nicht zu weiteren Kriegen oder Unruhen kommen wird, denn
sonst sind diese wundervollen vom Aussterben stark bedrohten Tiere
hoffnungslos und unwiederbringlich verloren.
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